Business Magazine



    
king-kigeli.com

 

Business Magazine

23-Business-Nachrichten-werden-von-der-Krise-auf-Trab-gehalten 
Die Wirtschaftsnachrichten sahen gewiss schon rosiger aus als zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Überall ist von der Finanzkrise die Rede. Das sind freilich nicht gerade die Nachrichten und Meldungen, auf die das Klientel der Business Nachrichten besonders scharf ist. Aber andererseits scheint auch dort der Grundsatz zu gelten, dass keine Nachrichten immer noch schlechter sind als schlechte Nachrichten. Denn eines ist sicher ein: Solange die Krise ein heißes Thema ist, wird man auch vortrefflich darüber schreiben und berichten können. Und überhaupt ist man es hier ja gewohnt, dass die abendlichen Nachrichten meist irgendwelche Schreckensmeldungen in die Welt setzen und von einem Hauch von Weltuntergangsstimmung umweht werden. Nun kommen auch die Manager, Banker und Broker in den Genuss der anhaltenden Hiobsbotschaften.

Schon so manches Manager Magazin hat sich (neben den klassischen Wirtschaftszeitungen wie Financial Times) hier zu Lande einen Namen gemacht. Doch gegenwärtig werden sie zu Insiderblättchen für die alles überschattende Krise. Aktuell berichten Manager Magazine im Internet darüber, dass die deutsche Staatsverschuldung die Grenze von 1,7 Billionen überscheriten wird. Damit wird die pro Kopf Verschuldung der deutschen Bevölkerung bei deutlich über 20 000 € liegen. Das heißt: Umgerechnet auf den einzelnen Bürger beträgt die individuell verteilte Staatsverschuldung Deutschlands 20 000 € pro Nase. Jeder könnte mit solchen Zahlen locker zur Schuldnerberatungsstelle gehen.

Hat das überhaupt noch etwas zu bedeuten? Sind wir nicht schon seit Jahrzehnten verschuldet? Ganz so einfach ist es leider nicht, denn dort wo die Schuldenlast steigt wird auch immer weniger investiert. Dies wird deutlich am Verebben der Geschätftskontakte und Innovationen. Ein prominentes Beispiel dafür wäre hier zu Lande der einstürzende Export. So sehr die globale Vernetzung Deutschland wirtschaftlich zum Vorteil gereichte, so sehr wird sie jetzt zum großen Nachteil. Diese wesentliche Stütze bricht im Angesicht der internationalen Krise einfach ersatzlos weg!

Natürlich üben sich jetzt alle Medien – die es zuvor meisterlich verstanden, die warnenden Stimmen zu ignorieren – darin, die Schuldigen auszumachen. Mal werden sogenannte "Heuschrecken" (häufig Investmentunternehmen), mal einzelne Vorstände beschuldigt. Wahrscheinlich wird es noch eine Weile dauern und die Krise wird sich erst noch verschlimmern, bis man auch in den Business Nachrichten dieser Welt einsieht, dass unser Problem ein systemimmanentes ist. Denn solange unsere Geld-Gesellschaft zwar solche verurteilt, die ihren Müll ins Meer kippen, jedoch nicht solche, die rücksichtslos Stellen abbauen, um bessere Aktienkurse aufzuweisen (dabei wird beides vom selben Geist angetrieben), ist uns die nächste Krise stets gewiss. Es wird Zeit, dass wir uns von der romantischen Vorstellung verabschieden, dass Geld für uns arbeiten kann. Denn irgendwo kommt die Arbeit immer her – jedoch ganz gewiss nicht vom Geld.